No Cap-Tomatenprodukte

Tomaten mit Beigeschmack

Auch in Europa gibt es unfaire Produktions- und Handelsbedingungen, die den Strukturen in Entwicklungsländern ähnlich sind. Billige Tomaten und Tomatenprodukte im Supermarkt werden mit größter Wahrscheinlichkeit durch „Sklavenarbeit“ in Südeuropa produziert.

Die Organisation No Cap kämpft gegen das sogenannte Caporalato-System, das von der Mafia kontrolliert wird. Vorarbeiter, die sogenannten „Caporali“, werden eingesetzt, um Tagelöhner zu rekrutieren und für die Feldarbeit zu vermitteln. In Süditalien und auch in anderen Ländern rund ums Mittelmeer ernten überwiegend Geflüchtete aus Afrika unter ausbeuterischen Bedingungen Obst und Gemüse für den europäischen Markt.

Die Erntehelfer:innen werden in überfüllten Fahrzeugen zu den Feldern „gekarrt“, um bei sengender Hitze Tomaten sowie anderes Gemüse und Zitrusfrüchte auf den meist abseits gelegenen Feldern zu ernten. Für die einheimische Bevölkerung in den Städten und Dörfern sind sie nicht sichtbar, Arbeit und Leben findet in einer Parallelwelt statt.

Vom ohnehin geringen Lohn werden übermäßige Anteile für Transport, Wasserflaschen und Miete direkt wieder einbehalten. Die Unterkünfte sind abgelegene Ghettos aus einfachsten Wellblechbehausungen und Zelten aus Plastikplanen, in denen die Menschen ohne fließendes Wasser und Kanalisation unter katastrophalen Bedingungen leben. Viele Erntehelfer:innen haben keine Aufenthaltsgenehmigung oder Duldungspapiere und sind daher Willkür und Gewalt ausgeliefert. Mitten in Europa ist ein System der Ausbeutung entstanden, in einigen Fällen ist die Situation schlimmer als in den Herkunftsländern der Geflüchteten.

No Cap! Keine Ausbeutung!

Der Menschenrechtsaktivist Yvan Sagnet hat als ehemals Betroffener die Organisation „No Cap“ gegründet. Er kam aus Kamerun mit einem Stipendium nach Italien, arbeitete in den Semesterferien als Erntehelfer auf den Tomatenfeldern, lernte das System von innen kennen und wurde zum Aktivisten gegen eine strukturelle Ausbeutung in der Landwirtschaft. Sagnet und sein Team engagieren sich für Arbeitsrechte, holen Menschen aus dem Caporalato-System heraus und vermitteln sie an landwirtschaftliche Betriebe, die Tariflöhne zahlen und die Sozialstandards einhalten. Mehr zu den Aktivitäten und Hintergründen unter www.associazionenocap.it

Fair zum Menschen und fair zur Natur gehören für uns zusammen: No Cap-Tomaten sind Bio-Tomaten!

Die Tomaten, die im No Cap-System geerntet werden, sind kontrolliert biologisch angebaut und entsprechend der EG-Öko-Verordnung zertifiziert durch die nationalen Kontrollstellen IT-BIO-014 und IT-BIO-006. Die Produkte sind zusätzlich zertifiziert durch die nationale Organisation Certificato Biologico – ICEA, Institut für ethische und biologische Zertifizierung.

Leider geht mit den mafiösen Strukturen des Caporalato-Systems oft auch eine mindere bis schlechte Qualität der Tomaten einher. Die Ursachen hierfür liegen in den Besitzverhältnissen der italienischen Mafia in der Landwirtschaft und deren Einfluss auf die gesamte Vermarktungskette der angebauten Lebensmittel. Der Anbau erfolgt in der Regel konventionell, unter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.

No Cap-Tomatenprodukte aus sonnengereiften, kontrolliert biologisch angebauten Tomaten, die unter fairen Bedingungen angebaut, geerntet und vermarktet werden, ermöglichen gesunden Genuss ohne Beigeschmack.

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